Energy Bulletin contributor “driller” writes:
Media and public opinion in Germany (which seemed a bit behind before) reached a turning point on May 21 when the Energy Watch Group presented its German version of its „Global Oil Supply“ study in Berlin’s main press center. (Press conference and related documents.)
There were about 70 journalists, including TV. After the presentation many swarmed around Josef Auer (Deutsche Bank Research), and on the next day the peak oil story was in all media, in some newspapers even on the front page (including the conservative Welt).
On Tuesday we had a BBC-panorama-style TV story
One hour later on a different channel there was Europa ohne Öl: “2018 – Der Ölcrash”, a mix of Mad Max-style fiction (only partly realistic) + recent interviews (good ones) (Directed by Stephane Meunier and starring Hippolyte Girardot,Gwendoline Hamon and Helena Noguerra. Original title: 2013: Oil No More).
[Excerpt from the EWG’s report below]
Click on the headline (link) for the full text.
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Zukunft der weltweiten Erdölversorgung – Summary (PDF)
Energy Watch Group (Germany)
Zusammenfassung
Die Hauptabsicht der vorliegenden Studie besteht darin, die künftige Verfügbarkeit von Erdöl bis ins Jahr 2030 zu ermitteln. Da Erdöl weltweit gesehen den wichtigsten Energieträger darstellt und da sämtliche Transportsysteme stark vom Öl abhängen, ist die künftige Verfügbarkeit von Erdöl von immenser Wichtigkeit. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt existieren mehrere, stark voneinander abweichende Prognosen, aus denen vollkommen unterschiedliche Handlungsweisen für Politik, Wirtschaft und jeden Einzelnen abgeleitet werden können.
… Schlussfolgerung
Das wichtigste Ergebnis der vorliegenden Analyse ist die Erkenntnis, dass die weltweite Ölförderung im Jahr 2006 ihren Höchststand erreicht hat.
Die Ölförderung wird künftig um einige Prozentpunkte jährlich zurückgehen. Bis 2020 und erst recht bis 2030 ist ein dramatischer Rückgang der weltweiten Ölförderung zu erwarten. Dadurch wird eine Versorgungslücke entstehen, die innerhalb dieses Zeitrahmens kaum durch die wachsenden Beiträge anderer fossiler, nuklearer oder alternativer Energiequellen geschlossen werden kann.
Die Weltwirtschaft steht am Anfang eines tiefen Strukturwandels. Dieser Wandel wird durch den Rückgang der Versorgung mit fossilen Brennstoffen ausgelöst, und er wird beinahe jeden Aspekt unseres Alltagslebens beeinflussen. Ebenso wird der Klimawandel die Menschheit zwingen, ihre Energieverbrauchsmuster durch eine drastische Reduzierung der Verbrennung von fossilen Brennstoffen zu ändern. Die globale Erwärmung ist ein sehr ernstes Problem. Der Schwerpunkt der vorliegenden Studie liegt allerdings auf der Erschöpfung der Rohstoffvorräte mit allen zugehörigen Aspekten, da diese für die Öffentlichkeit wesentlich weniger einsehbar sind.
Die jetzt beginnende Übergangsphase besitzt wahrscheinlich ihre eigenen Regeln, die auch nur während dieses Zeitraumes gelten. Es könnten Dinge geschehen, die wir nie zuvor erlebt haben und die wir wahrscheinlich nie wieder erleben werden, wenn diese Übergangsphase abgeschlossen ist. Möglicherweise wird sich unsere Art, mit Energieproblemen umzugehen, grundsätzlich und vollständig ändern müssen.
Obwohl sich hier neuerdings ein leichter Umschwung abzeichnet, bestreitet die Internationale Energieagentur, dass ein derart fundamentaler Wandel unserer Energieversorgung kurz- oder mittelfristig bevorsteht. Mit dieser Haltung und insbesondere mit der Botschaft, „Business-As-Usual“ sei auch in Zukunft möglich, sendet die IEA ein falsches Signal an Politik, Wirtschaft, Verbraucher – und nicht zuletzt auch an die Medien.
(21 May 2008)
The complete report from the Energy Watch Group (104-page PDF in German).
One of the most sobering studies to be released. Babelfish translates the first sentence of the Conclusions as:
The most important result of the available analysis is the realization that the world-wide oil production reached its highest level in the year 2006.
Or as they say succinctly on page 4: “Peak Oil ist „jetzt”.” (“Peak oil is now”). I’ve been told that an English translation is on the way.
-BA
Immer neue Preisschocks
Andreas Halbach, Steffen Judzikowski und Hans Koberstein; Frontal 21 ZDF (Germany)
Autofahren nur für Reiche
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Die ungebrochene Rekordjagd bei Öl- und Spritpreisen ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern erst der Anfang einer zukünftigen Preisspirale. “Die weltweite Ölförderung hat mit großer Wahrscheinlichkeit das Fördermaximum bereits überschritten und wird weiter zurückgehen”, erklärt Werner Zittel von der Energy Watch Group. Dies sei die Hauptursache des steigenden Ölpreises.
Bis zum Jahr 2030 werde die weltweite Ölförderung auf die Hälfte sinken, stellt Zittel fest. Gleichzeitig wachse der Verbrauch und verknappe damit zusätzlich die zur Verfügung stehenden Rohölmengen. Erdöl und damit auch Benzin, Diesel und Kerosin würden so immer mehr zu Luxusgütern. Zittel ist Mitautor einer Studie der Ludwig-Bölkow-Stiftung, die das unabhängige Energieforschungsprojekt Energy Watch Group (EWG) gegründet hat.
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Internationale Energieagentur: Ölpreise bleiben auf Dauer hoch – Chefökonom Birol: “Das Ende des einfach zu fördernden Öls ist erreicht”
Die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris warnt angesichts der aktuellen Entwicklung auf den Rohölmärkten vor ernsten Konsequenzen für die Weltwirtschaft. “Es wird immer schwieriger, die Balance zwischen Angebot und Nachfrage zu halten”, erklärte Fatih Birol, Chefökonomen der IEA, gegenüber Frontal21. “Wenn wir die Produktion nicht erhöhen und die Nachfrage senken, dann wird es sehr ungemütlich in den nächsten Jahren.
(27 May 2008)
There is a video of an interview with Fatih Birol available here. The interview is in English, but dubbed in German.
Das Manuskript des Beitrags (PDF)
Öl am Wendepunkt
Daniel Yergin, Financial Times Deutschland
Manche Analysten rufen angesichts hoher Preise bereits das Ende des Ölzeitalters aus. Das ist noch längst nicht in Sicht. Fest steht aber: Die Bedeutung des heute wichtigsten Energieträgers wird bald sinken.
Angesichts des hohen Ölpreises lautet die Frage derzeit nicht nur, wie weit der Preis noch steigen kann, sondern auch, wie die Reaktion darauf aussehen wird. Wenn eine bestimmte Schwelle, der “Break Point”, erreicht ist, wird Öl dann allmählich seine fast unbegrenzte Dominanz im Transportwesen verlieren?
… Die Schwelle, der Break Point, ist bereits erreicht. Öl ist dabei, seine fast umfassende Vorherrschaft als Energiequelle für Mobilität zu verlieren. Das wird zwar nur schrittweise geschehen. Doch wird Erdöl künftig wie nie zuvor die Versorgung des Transport- und Verkehrsmarkts mit anderen Quellen teilen müssen. Grund dafür ist der Trend hin zur Treibstoffeffizienz.
Daniel Yergin ist Chairman bei Cambridge Energy Research Associates
(29 May 2008)
EB contributor “driller” comments:
Daniel Yergin seems to join the peak oil league – at least this is my impression from this guest commentary. This automatic translation from Babelfish isn’t too bad:
Daniel Yergin: Oil at the turning point
… One should think that the oil system reacts to it. But there are three obstacles. First of all: Time. The high prices are valid not yet for a very long time, and the development of new reserves takes years. Secondly: Entrance to new resources. And the third obstacle is, which happens with the costs. The public concentrates on the price at the gasoline pump. But the oil industry is busy with their own rapidly rising costs – which exceed the general inflation rate far.
Airbus-Chef warnt vor Kollaps der Luftfahrtindustrie
Christian Schwägerl, Der Spiegel
Der steigende Ölpreis löst bei Wirtschaftbossen Existenzängste aus: Der Vorstandsvorsitzende von Airbus, Thomas Enders, warnt vor den Folgen der zunehmenden Energiekosten. Bei einem Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel drohe sogar ein “Kollaps” der Luftfahrtindustrie.
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Leipzig – Es gebe Menschen, die aus Umweltgründen über den steigenden Ölpreis froh seien, doch er gehöre nicht dazu, sagte Airbus-Chef Thomas Enders auf dem “International Transport Forum” in Leipzig.
Ab einem bestimmten Punkt sei die Luftfahrtindustrie existenziell betroffen. Bei Fluglinien machten Treibstoffkosten schon jetzt 30 bis 40 Prozent der gesamten Betriebskosten aus. “Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass die Branche einen Preis von 200 Dollar verkraften könnte”, sagte Enders. Es drohe ein “Kollaps”.
Der Leiter der Internationalen Energieagentur (IEA), Nobuo Tanaka, sprach von der Möglichkeit einer “dritten Ölkrise”. Das Problem sei nicht so sehr das limitierte Angebot als die extrem stark steigende globale Nachfrage nach immer mehr Öl. “Wir müssen mit dem Verbrauch runter”, sagte Tanaka.
(29 May 2008)
Report on First General Assembly of ASPO Switzerland, May 24th 2008, University of Basel
Francois Cellier, The Oil Drum: Europe
ASPO Switzerland was founded 1.5 years ago by Daniele Ganser, a young professor of contemporary history at the University of Basel. … Last Saturday, ASPO Switzerland held its first general assembly in the Aula of the University of Basel …
… When my wife and I were wandering through the old parts of Basel after the conference, asking ourselves, how many of the people we saw going about their daily business have an inkling of Peak Oil and what it means for them, we came to the conclusion that Switzerland by and large is still behaving like Sleeping Beauty before the prince came to rescue her.
Switzerland is at the tail end of European countries with respect to fuel efficiency in private vehicles. Whereas 10 years ago, the average private car in Switzerland weighed 1300 kg, the average weight of private cars has meanwhile risen to 1500 kg. Whereas the minergy standard was developed here in Switzerland in the 1990s, even today, only 20% of the new houses are built to that standard. Central oil heatings still dominate the heating market here in Switzerland, and even new buildings are still frequently equipped with oil burners.
The economy continues to be going strong, and the warning signs of the looming oil crash aren’t on the wall yet. For Mr. and Mrs. Swiss, Peak Oil has not turned into an issue as of now. They are more surprised than alarmed about the suddenly rising prices at the gas stations, and they have not modified their driving habits yet because of them.
… However, with all this talk about when Peak Oil is going to occur, there was hardly any time to talk about its consequences. What does Peak Oil mean for Switzerland?
Colin Campbell mentioned briefly that, after Peak Oil, the oil producing nations will keep more of the remaining oil for themselves, i.e., oil export will dwindle faster than oil production. Switzerland, as a country poor in natural resources and big guns, may suddenly find itself at the end of the feeding line. Yet, I doubt that this message came across.
It was mentioned once in a fleeting remark that one of the consequences of Peak Oil and its accompanying high fuel prices will be a shift of wealth from the consumer to the producer nations. Hence Switzerland may find itself in a considerably weakened position economically after Peak Oil.
(26 May 2008)
SwissInfo has a video report on the conference (in German):
Der Ölpreis liegt bei über 130 Dollar pro Barrel. Doch wie weiter, wenn die Ölvorräte langsam zur Neige gehen? In Basel haben Fachleute über diese Frage diskutiert.





